Auftrittsangst versus Schnupfen! Vom Laienmusiker zum Profimusiker und wieder zurück!  


Klient: Profi-Hornist (Anonym)


Das Solo naht. 

Der erste Ton muss passen! Hoffentlich geht alles gut. 

Dann…., puhhh Glück gehabt.

Diesmal. Doch nach dem Solo ist vor dem Solo.

Der Stresspegel steigt - die unangenehmen Emotionen kommen hoch. 

Meist hab ich es unter Kontrolle. …..meist. 

Doch in letzter Zeit kommt es immer häufiger vor, dass ich schon Tage vor dem Auftritt, vor einer schwierigen Stelle Panik bekomme. Die Hände werden dann plötzlich feucht und ein lähmendes, schweres Gefühl breitet sich aus in meiner Brust.

An`s Üben ist jetzt nicht zu denken, zu sehr kreisen die Gedanken, dass ich die Töne nicht richtig treffe – dass ich versage! Auch der Gedanke an die Blicke der Anderen. Naja, sie haben bestimmt Recht. Es ist doch eine Glücksspirale………. 

Früher war das nicht so, .…da hab ich das besser weggesteckt, jetzt ist das Spielen oftmals nur noch eine Qual. Ich wünsche mir wieder eins zu sein mit mir und meinem Instrument, um wieder Spaß und Freude zu haben am Musikmachen. Weiterhin wäre es toll, sich mit jemandem austauschen zu können. ...leider ist das unter Musikern nur selten möglich, denke ich…

Wenn ich Schnupfen habe, stört es doch auch niemanden, wenn ich es erzähle!


Diese Geschichte meines Klienten inspirierte mich diesen Blog zu schreiben. Natürlich kann man Auftrittsangst nicht unbedingt mit einem Schnupfen vergleichen (siehe Tabelle unten)

Das ist eher als Metapher zu sehen. …..so nach dem Motto: Es fällt leicht über einen Schnupfen zu sprechen, da ihn jeder bekommt und es auch genügend Mittelchen dagegen gibt. Naja, ich denke ein Schnupfen ist gesellschaftlich anerkannt.


Tja, aber warum redet denn niemand über Auftrittsangst wie über einen Schnupfen? Leider bleiben Viele mit ihren Ängsten und Sorgen alleine. Nur sehr Wenige trauen sich überhaupt mit jemandem über ihr „Problem“ zu reden. Die Auftrittsängste sind aber nicht nur bei Berufsmusikern verbreitet.

Vielmehr habe ich festgestellt, dass im „Laienbereich“ die Angst-Quote viel höher ist.

Da sind dann natürlich keine Ängste wie z.B. Existenzangst dabei….vielmehr geht es da um gesteigertes Lampenfieber in verschiedenster Form. Das zieht sich auch durch jede Stimme und jedes Instrument. 

Auch der 3. Trompeter kann Angst haben den „ersten“ Ton zu verhauen, obwohl

er gar kein Solo spielt.

Besonders schlimm wird es für viele Laienmusiker, wenn beim Auftritt im Publikum Familie/Freunde und Bekannte sitzen.

Neben einer eventuellen schlechten Erfahrung greifen dann auch Glaubenssätze wie zum Beispiel:

Ich muss perfekt sein oder gut sein, nur dann bin ich etwas wert, nur dann werde ich angenommen. 

Da geht es viel um Aufmerksamkeit. Bloß nicht versagen!


Was leider auch im Laienmusikerbereich viele nicht wissen. Es gibt effektive Methoden diese Glaubensmuster, schlechte Erfahrungen kurz gesagt das „gesteigerte Lampenfieber“ bis hin zur ausgewachsenen „Auftrittsangst“ in den Griff zu bekommen,  um wieder mit vollem Eifer und Freude zu spielen - sozusagen das „Nasenspray“ für die Auftrittsangst.


Wäre es nicht wunderbar, wenn jeder Musiker über seine Sorgen und Ängste mit seinen

Musikerkollegen einfach so sprechen könnte wie über einen Schnupfen?

Die betroffenen Musiker würden sich wundern, wie viele Kollegen genau das Gleiche

Durchmachen!


Wäre es nicht großartig, wenn es in den Musikvereinen, Orchestern, Musikschulen als ganz normal angesehen wird, Workshops anzubieten in denen die Musiker lernen mit Lampenfieber umzugehen und dadurch wieder voll in ihrer Kraft zu stehen und musikalisch ihr Bestes geben zu können?

Profitiert dann nicht jeder? …Musiker und Orchester ….und auch das Publikum, dass ein wunderbares Orchester ohne Angst zu hören bekommt. In seiner vollen Kraft spielend und voller Freude.



Ich würde mir wünschen, dass Auftrittsangst kein Tabu Thema mehr ist und als völlig „normal“ angesehen wird - eben wie ein „Schnupfen“.

Sei es sowohl im Profibereich als auch im Laienbereich.



In diesem Sinne:


Sei ein glücklicher Musiker



Mona Köppen

Therapeutin für glückliche Musiker

www.ichbinmusik.de

 

 

 

 


Auftrittsangst/

gesteigertes Lampenfieber

Schnupfen

wer kann es bekommen

jeder

jeder

behandelbar

ja

ja

Tabu Thema/ 

man spricht drüber

nein

ja

geht von alleine weg

selten

meistens

kann man selbst was dagegen tun

ja

ja

man kann sich Hilfe holen

ja

ja



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Mein Name ist Mona Köppen. Ich mache Musiker mental fit für Vorspiel, Probespiel und Auftritte.

Seit über sieben Jahren arbeite ich erfolgreich als Auftrittscoach und Trainerin für Musikstudenten und Berufsmusiker. Auch dank meiner langjährigen Erfahrung als Metallblasinstrumentenmacherin (Gebr. Alexander Mainz) weiß ich, was Musiker für einen erfolgreichen Auftritt brauchen. Zeig, was du kannst!

 

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